Träume sind für jeden Menschen

Bei meinem Besuch in Bagalore wurde ich von unseren Theia Projektpartner Naomi A. und Dr. Christopher Samuel (IJAM) angesprochen einen Workshop mit 30 Frauen aus den größten Slums in Bangalore zu halten. Unsere Partnerorganisation arbeitet seit vielen Jahren in diesen Slums und so haben die Frauen von meinem Besuch erfahren. Als ich fragte, zu welchem Thema wir uns treffen würden, entgegnete mir Naomi: " Die Frauen wollen ihr Leben verändern. Sie wollen Vorbilder für ihre Kinder werden." Ich war tief beindruckt und bin es auch heute noch. An diesem ersten abend kamen sie alle. Sie hatte alle einen harten Tag hinter sich. Die Stimmung war von Anfang an leicht und fröhlich, ohne Anspannung. Jede der Frauen stellt sich mir vor. Naomi übersetzte alles, was mir zeit gab, die Frauen genau zu beobachten. Sie waren im Alter von 17 bis 62 Jahre und ihre Geschichten waren alles auf den ersten Blick ähnlich: Früh geheiratet, Kinder bekommen, die Männer Alkoholiker, häusliche Gewalt und kein Respekt. Das wenige Geld, dass sie verdienten, nahmen ihnen ihre Männer ab. Jede dieser Frauen erzählte ihre Geschichte anders, mit einem anderen Gesichtsausdruck von Wut über Verzweiflung. Nach kurzer Zeit spielten die verschieden Sprachen keine Rolle mehr. Wir waren alle in einer großen Geschichte, die wir hier an dieser Stelle verändern wollten. Und so starteten wir mit dem Recht zu träumen, einige Minuten am Tag Zeit für sich selbst und sich wahrzunehmen.

 


Warum sprechen diese Frauen nie von Karriere? Weil sie nie Träume hatten...

Es geht darum, dass diese Frauen, ihren Weg finden und für sich gut sorgen können. In vielen Fällen würden sie das bereits heute können, würden Sie das Geld behalten, das Sie verdienen und hätten eine Cahnce von den Besten zu lernen und sich und ihren Job weiterzuentwicklen. Vanakkam bedeutet WILLKOMMEN. Willkommen in einer neuen Welt und so geht um mehr als um einen Job, es geht um das Recht zu Mensch. Dazu gehört das Recht, sein Leben zu gestalten. Wir arbeiten mit den Frauen an verschiedenen Ankerpunkten. Dazu gehören Gesundheit und das Bewußtsein eine Frau zu sein, den Aufbau persönliche Stärke wie Resilienz, ein stabiles Umfeld und Carrere-Skills bis hin zur Eröffnung von Job-Perspektiven mit Zukunft. 

Jede Geschichte ist besonders, auch wenn sie auf den ersten Blick bekannt und so oft durchlebt scheint. 

Wir sprechen in diesem Projekt bewusst von Karriere. Und das ist bereits ein Perspektivwechsel. Frauen aus Slums haben höchstens Jobs auch wenn sie selbständig sind. Es fehlt besonders dann an allem. Sie arbeiten nie mit professionellem Material, ihre Ausbildung ist schlecht. Meistens bringen sich die Frauen etwas selbst bei und bekommen, wenn sie Glück haben, das eine oder andere geschenkt. Die Lern- und Arbeitsbedingungen sind von Anfang auf das Nötigste angelegt. Es geh um das pure Überleben. Träumen ist nicht erlaubt und Karriere, nur ein Wort, was zu anderen passt, Die VANKKAM-Frauen wollen mehr. Nicht für sich. Für ihre Kinder. Sie sollen an einer Weltmit Möglichkeiten  teilhaben und das nicht nur als Zuschauer. Diese Frauen wollen Vorbild sein, und das bedeutet, dass sie aus Ihrer Komfort-Zone heraustreten.

Das fühlt sich für uns richtig und gut an. Deshlab sind wir an ihrer Seite. Wir haben uns aufgemacht, diese große Chance gemeinsam und sie, uns und eine bessere Welt zu nutzen.